European Film Awards setzen auf cloudbasierte SRT Streaming Lösung

Besondere Zeiten verlangen besondere Maßnahmen. Daher entschieden sich die Verantwortlichen der European Film Awards dieses Jahr kurzer Hand dazu, die Nominierten virtuell in mehreren feierlichen Zeremonien zu ehren, welche im Grand Finale am 12. Dezember gipfelten. Ermöglicht wurde dies durch eine Streaming Lösung von GlobalM in Kooperation mit Studio Berlin und MCI.

Ursprünglich in Reykjavik geplant und bereits im Oktober abgesagt wurde die virtuelle Zeremonie aus in Berlin live gesendet, wo die Verleihung alle zwei Jahre Station macht. Studio Berlin stellte im Auftrag der EFA Productions gGmbH und der B28 Produktion GmbH dafür die gesamte technische Infrastruktur mit entsprechender Workflowplanung zur Verfügung und verantwortete den reibungslosen Produktionsablauf.

In diesem Jahr waren insgesamt 44 europäische Filmemacher und Schauspieler für den begehrten EFA Award nominiert. Mit der Entscheidung, die Gala als eine virtuelle Zeremonie zu veranstalten, wurde der aktuellen Situation der Corona Pandemie Rechnung getragen.

 

Mike Downey, EFA Vorsitzender: „In diesem ungewöhnlichen Jahr wird dies eine ungewöhnliche und hoffentlich außergewöhnliche Preisverleihung sein, eine mit einem anderen Ansatz, der es uns ermöglicht, den verschiedenen verliehenen Auszeichnungen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Notgedrungen haben wir uns für dieses virtuelle Format entschlossen und hoffen es nutzen zu können um Ideen für zukünftige EFA Formate zu gewinnen.”

 

Mit den Erfahrungen vom Deutschen Filmpreis, bei dem bereits im April erfolgreich 92 Nominierte und Laudator*innen mit einer von MCI entwickelten Streaming Lösung aus den eigenen vier Wänden in die Live Gala Sendung gestreamt wurden, konnte mithilfe von GlobalM eine Lösung für die European Film Awards entwickelt werden, die den erweiterten Anforderungen durch die europaweite Streuung der Teilnehmer gerecht wurde.

Grundlage dafür war das GlobalM Live Video Network als skalierbare Streaming Lösung, die auf einem Content Delivery Network (CDN) basiert. Das CDN ist ein Netz von Servern in verschiedenen Rechenzentren weltweit. Ein Verteilungssystem speichert Inhalte auf unterschiedliche Server innerhalb eines Cloud-Systems. Wird dieser Inhalt abgefragt, entscheidet ein Request-Routing-System welcher Server diese Anfrage beantwortet. Dabei werden spezifische Werte ermittelt anhand deren das System beurteilt, welcher Server am besten geeignet ist die Anfrage zu bearbeiten bzw. Inhalte weiterzuleiten. Durch die weltweit gestreuten Server werden Ladezeiten beschleunigt und die Bandbreitenauslastung verringert.

Mit einer speziellen Smartphone App konnten die Mobiltelefone der Nominierten als Live Streaming Device genutzt werden. Speziell aufgrund der europaweit verteilten Nominierten bot die GlobalM App in Verbindung mit der Cloud die beste Möglichkeit, auch aus den entferntesten Regionen Europas, Videostreams latenzarm in die Regie des von Studio Berlin bereitgestellten Übertragungswagens Ü8 zu senden.

 

Ralf Helbing, Head of Broadcast IT bei Studio Berlin: „Die European Film Awards zeigen das erweiterte Angebotsportfolio, welches Studio Berlin gemeinsam mit MCI als Full-Service Dienstleister anbietet. Im Rahmen dieses Projektes entstand ein Systemdesign zur Vernetzung der klassischen Ü-Wagen-Regie mit den neuen Anforderungen des Live-Link-Managements der Firma GlobalM. Wie bereits in vergangen Projekten wurde gemeinsam mit unserem Partner MCI, dass dafür erforderliche Know-how für Operating, Integration und Konfiguration der Streaming-Anbindungen zur Verfügung gestellt.“

 

Begünstigt durch das für die Streams verwendete SRT Übertragungsprotokoll, welches speziell für latenzarmes Video-/Audio-Streaming entwickelt wurde, konnten die Nominierten qualitativ hochwertig gestreamt werden. Das SRT Protokoll beinhaltet Mechanismen zur Fehlerkorrektur, die Schwankungen bei der Übertragung kompensieren. Beim Verbindungsaufbau wird auf Sender- und Empfängerseite die jeweils höhere Latenz beidseitig festgelegt, wodurch ein dauerhaft stabiler Stream aufgebaut wird. Ein integriertes Fehlermeldesystem verringert den Verlust von Daten-Paketen. Dadurch ermöglicht die SRT Technologie Übertragung mit geringer, gleichmäßiger Latenz und überträgt Streams in professioneller Broadcast Qualität sicher über das öffentliche Internet. Dies war nicht zuletzt anhand der hochwertigen Streaming Qualität ersichtlich.

 

Fabian Röttcher, Solution Architect bei MCI: „Bereits beim deutschen Filmpreis sorgte unsere Streaming Lösung auf Basis der vMix Systeme für stabile N-1 Schalten und konnte somit überzeugen. Durch den Einsatz von SRT-Streams konnte die Signalqualität noch einmal deutlich verbessert werden. Die Herausforderung diesmal, bei den European Film Awards, bestand zum einen in der regionalen Verteilung der Nominierten und zum anderen in einer gleichzeitigen Liveschalte zu allen 44 Nominierten am Beginn der Sendung.“

 

Als spektakuläres Grand Opening der diesjährigen Show wurden alle Nominierten in einer parallelen Liveschalte zum Beginn der Gala in die Sendung geroutet. Durch intensive SRT Streaming PoCs in den letzten Monaten war das Team von MCI zuversichtlich, dass die vMix Systeme in Verbindung mit dem GlobalM Live Video Network diese Mammutaufgabe erfolgreich meistern können. Unsicherheitsfaktor blieb die Bandbreite, welche jedoch durch die Cloudverteilung, trotz der hohen Auslastung, die Lösung und das Team von MCI und GlobalM zu keinem Zeitpunkt in Bedrängnis brachte. Alle geplanten Live-Streamings konnten erfolgreich durchgeführt werden.

Die neue digitale Zeremonie der European Film Awards, konnte dank des guten Teamworks zwischen GlobalM, Studio Berlin und MCI erfolgreich mit allen Nominierten aufgezeichnet werden.

Wer diese etwas andere Gala Award Show nachverfolgen möchte findet diese unter: www.europeanfilmawards.eu

MCI erneuert die gesamte Studiotechnik von Radio Liechtenstein

Der öffentlich-rechtliche Rundfunksender Radio Liechtenstein (LFR) vergab 2019 den Auftrag zur technischen Erneuerung der gesamten Studiotechnik im neuen Gebäude der Rundfunkanstalt, inklusive aller dazugehörigen Dienstleistungen wie Planung, Realisierung, Montage und Schulung des Personals an MCI.

Die technische Erneuerung umfasste zwei Sendestudios, drei Vorproduktionsstudios, ein Studio für die Musikredaktion, drei Redakteurs-Arbeitsplätze im Newsroom sowie einen zentralen Geräteraum. Zusätzlich wurden eine vernetzte Telefonanlage für die Einbindung von Hörer-Anrufen, ein Alarm-Meldesystem für die Überwachung der zentralen Komponenten und Videokameras zur Einbindung in die Streaming-Angebote von LRF in den Sendestudios integriert. Die gesamte Stromversorgung des Studiokomplexes wird durch eine großzügig dimensionierte USV-Anlage gesichert, die bis zum Anspringen des Diesel-Generators auf dem Dach die Anlage unterbrechungsfrei versorgt.

Die Studios und Arbeitsplätze sind speziell für die Bedürfnisse des Liechtensteiner Rundfunks konzipiert worden. Alle Sendevorgänge werden von den Moderatoren und Redakteuren, darunter viele freie Mitarbeiter, ausschließlich im Selbstfahrerbetrieb durchgeführt – ein hoher Automatisierungsgrad bei einfacher, intuitiver Bedienung war deshalb wesentliche Anforderung für die Umsetzung des Projekts.

Im Alltag wird aus den zwei Hauptstudios Live gesendet, wobei das Studio 2 für größere Talkrunden mit bis zu fünf Gästen ausgestattet ist. In den Vorproduktionsstudios werden Aufzeichnungen für spätere Übertragungen aufgenommen. Eines der Vorproduktionsstudios ist zusätzlich mit einer Sprecherkabine für Live-Nachrichtensendungen oder Sportübertragungen ausgestattet.

Das gesamte Audiosystem basiert auf DHD-Komponenten der Serie RX2 und der zugehörigen Netzwerk-Struktur. Beide Sendestudios sind über Fiber-Link komplett miteinander vernetzt, eine unterbrechungsfreie Übergabe der Sendung auch mitten im Sendebetrieb ist möglich. Zusätzliche Sicherheit bietet eine parallele Dante-Vernetzung, die es ermöglicht, selbst im unwahrscheinlichen Fall des Ausfalls des DHD-Systems die Sendung weiterzuführen. Ein gut durchdachtes Havarie-Konzept sorgt so für Sendesicherheit und problemlosen Service der Installation.

Die Sendestudios sind an dem zentralem Ort in Schaan / Liechtenstein gut einsehbar in der Mitte der Stadt gelegen. Auch für die Optik wurde deshalb viel getan. Höhenverstellbare Tische mit LED-Leuchtstreifen, sondergefertigte Akustikelemente, die an die asymmetrische Deckenform angepasst sind, Yellowtec M!ka Mikrofonständer mit On-Air-LEDs, Litt-Signallampen und vieles mehr sorgen für einen repräsentativen und modernen Studio-Komplex, der pünktlich zum Jahresende fertiggestellt und abgenommen werden konnte.