IP-Testlab bei MCI

Im Juni 2019 führte MCI ein IP-Testlab durch, um eine Migration von einer SDI- zu einer IP-basierten Struktur abzubilden. Als Grundlage diente der aktuelle Stand der SMPTE /EBU IP-Roadmap, mit dem Fokus auf NMOS Integration. Dem vorausgegangen war bereits ein Testlab in 2018, ebenfalls orientiert an der Roadmap, hier aber lag der Fokus noch auf dem Nachweis des zuverlässigen SMPTE-2110 „Standards“ und war zunächst als 1:1 Ablöse einer klassischen Basisband Struktur zu verstehen.

Ein Projektteam führte anhand eines  Versuchsaufbaus mit Komponenten unterschiedlicher Hersteller diverse Use Cases durch und präsentierte die Ergebnisse. Auf deren Basis wurden gemeinsam mit Kunden Umsetzbarkeit, Potenziale und Probleme einer netzwerkbasierten Infrastruktur diskutiert.

Ermöglicht wurde das IP-Lab 2019 durch die tatkräftigte Unterstützung der Hersteller und Unternehmen Cisco, Computacenter, Grass Valley, Lawo, LOGIC, Nevion, Phabrix, Plura, Riedel, Ross, Sony, Studio Hamburg Postproduction, Studio Hamburg IT-Services sowie TSL Products.

Wie schon im Jahr 2018 wurde im Juni 2019 ein Raum zur Begegnung von IP- und Broadcastwelt geschaffen in dem frei experimentiert und diskutiert werden konnte. In der Diskussion wurde nicht nur der technische Blickwinkel eingenommen, sondern die Umsetzbarkeit einer IP-basierten Struktur auch ganzheitlich, bspw. bezüglich Service- und Workflowstrukturen, betrachtet. Gleichzeitig fand ein Abgleich der aktuell erreichten Möglichkeiten mit der Roadmap zur Entwicklung des SMPTE Standards ST-2110 und ANWA NMOS-IS-04/IS-05 statt.

Fabian Röttcher, Projektleiter der MCI für das IP-Testlab, war zufrieden mit den Ergebnissen: „Video- und Audio-over-IP ist technologisch bereits heute zum Beispiel als Ersatz einer klassischen Kreuzschiene einsetzbar. Wir haben jedoch bewusst die Frage nach dem Workflow der Zukunft gestellt. Hier konnten noch nicht alle Fragen geklärt werden.“

In der Gesamtheit waren Fortschritte gegenüber dem letzten Jahr erkennbar. Es zeichneten sich allerdings auch neue Herausforderungen, insbesondere bezüglich der Einbindung neuer Workflows sowie der Fehleranalyse, ab. An diesen muss in der Zukunft weiter gearbeitet werden. Zufrieden zeigten sich auch die zahlreich erschienenen teilnehmenden Kunden seitens Universitäten und öffentlich-rechtlicher Rundfunkhäuser.

„Wir sind davon überzeugt, dass wir mit unseren Fragen einen wichtigen Weg eingeschlagen haben um die wahren Vorteile der Technologie gemeinsam mit unseren Kunden entwickeln zu können und nicht einfach bestehende Infrastruktur auf IP zu migrieren. Es stellen sich viele Fragen die deutlich über die reine Technologie hinausgehen. Daher haben wir es bewusst Testlab und nicht etwa  Showcase genannt.“, so Max Below, Geschäftsführer der MCI.

Damit offene Fragen beantwortet und entstandene Ansätze weiterentwickelt werden können, plant MCI bereits eine weitere Auflage des IP-Testlabs im Jahr 2020. Bei Interesse am IP-Testlab kann das Projektteam unter testlab@mci.de direkt kontaktiert werden.